Chronik unserer Heimatschule Reichenberg

Autor:

Gerold Rahrisch

Ereignisdatum:

01.06.1556

Ort:

Reichenberg

Thema:

Schule
In der Visitationsakte von 1556 wird nur in drei Worten erwähnt: »Custodia«, ziemliche Behausung. Mit dem Custos, dem Kirchschullehrer, waren die Reichenberger Kinder relativ gut versorgt, denn die anderen eingepfarrten Dörfer ringsum mußten sich bis 1838 mit einem Kinderlehrer begnügen. Als Kirchschullehrer war 1578 der 32-jährige Nicolaus Zor eingesetzt. Ihm folgte 1591 Martin Löser. Dieser starb 1635 im 71. Lebensjahr in Reichenberg.

In der Visitationsakte von 1556 wird nur in drei Worten erwähnt: »Custodia«, ziemliche Behausung. Mit dem Custos, dem Kirchschullehrer, waren die Reichenberger Kinder relativ gut versorgt, denn die anderen eingepfarrten Dörfer ringsum mußten sich bis 1838 mit einem Kinderlehrer begnügen. Als Kirchschullehrer war 1578 der 32-jährige Nicolaus Zor eingesetzt. Ihm folgte 1591 Martin Löser. Dieser starb 1635 im 71. Lebensjahr in Reichenberg. Sein Nachfolger, Georg Mäbert, wird 1629 als Organist und Schulmeister in den Akten des Kirchenarchivs genannt. Die jeweiligen Nachfolger im Lehramt waren meist die Söhne, die oft um ausreichende, aber kärgliche Belohnung streiten mußten. Der 1814 eingesetzte Daniel Vogel erreichte 1824 den Bau eines Schulgebäudes an der Stelle, wo sich jetzt der Eingang zum Friedhof befindet. Er führte das Prädikat »Kantor«. In die neue Schule wurden auch Kinder aus Wahnsdorf und Dippelsdorf aufgenomen, so dass Kantor Vogel einen Hilfslehrer einstellen und von seiner »Besoldung« unterhalten musste. Die Dippelsdorfer Kinder wurden ab 1889 in der Dippelsdorfer Schule unterrichtet und in Reichenberg wurde 1892 am jetzigen Standort eine neue Schule am 6. Oktober eingeweiht. Die Baukosten beliefen sich auf 38.000 Taler. Wegen steigender Kinderzahl wurde 1901 auch in Wahnsdorf eine neue Schule errichtet. Während der Amtszeit des allseits beliebten Kantors Theodor Gründel, der von 1895 bis 1926 in Reichenberg unterrichtete, wurde die neue Schule 1905 um ein zweites Stockwerk erhöht. Nach Trennung von Staat und Kirche übernahm Otto Reppe 1926 die Leitung der Schule. Er unterrichtete von 1910 bis 1945 . Im Gedenken an Kantor Gründel wurde 1932 aus Anlass des 40. Jahrestages der neuen Schule auf dem Todhefel eine Eiche gepflanzt, mit Gedenkstein. Unter der Leitung von Käthe Stütze aus Breslau nahm 1945 die Reichenberger Schule als erste im Landkreis Dresden den Unterricht nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf. Ein erstes Schulfest wurde am 29. und 30. Mai 1954 begangen. Zum 100-jährigen Schuljubiläum im Juli 1992 gab es erneut ein Schul- und Heimatfest. Auf dem Standort des ehemaligen Schulhortes wurde 2006 in der Regie der Gemeinde Moritzburg ein zweites Unterrichtsgebäude gebaut und das alte Schulgebäude erhielt von 2009 bis 2011 eine großzügige Renovierung und Erweiterung mit einem zweiten Fluchtweg. 2015 wurde der Schulhof umgestaltet. 183 Schüler der Klassen 1-4 aus Reichenberg, Boxdorf und Wahnsdorf werden von 12 Lehrern unterrichtet und nachmittags im Schulhort durch Erzieher der AWO betreut.

"Unser Reichenberg", Broschüre, Heimatverein Reichenberg/SA e.V.