Die Geschichte unseres Dorfes

Autor:

Gerold Rahrisch

Ereignisdatum:

01.06.1235

Ort:

Reichenberg

Thema:

Ortsentwicklung
Im Jahre 1235 unserer Zeitrechnung wurde am 03. Dezember erstmals in einer Urkunde unser Ort als »villa Richenberc« erwähnt. Sicher waren die Ansiedlungen oberhalb des Elbtals älter, aber Beweise in schriftlicher oder gegenständlicher Form gibt es bisher nicht. Ein alter Taufstein wird ebenfalls auf die Zeit um 1200 nach Christus geschätzt.

Im Jahre 1235 unserer Zeitrechnung wurde am 03. Dezember erstmals in einer Urkunde unser Ort als »villa Richenberc« erwähnt. Sicher waren die Ansiedlungen oberhalb des Elbtals älter, aber Beweise in schriftlicher oder gegenständlicher Form gibt es bisher nicht. Ein alter Taufstein wird ebenfalls auf die Zeit um 1200 nach Christus geschätzt. Zur Besiedlung der ausgesuchten fruchtbaren und bewaldeten Fläche, in deren Mitte ein Bach vom Todhefel nach Norden ins Tal floss, musste von den 25-30 Bauernfamilien aus Oberfranken und Thüringen Landgewinnung durch Rodung des Waldes erfolgen. Das gerodete Holz wurde zur Errichtung
der im mitteldeutschen Stil gehaltenen Fachwerkhäuser zu beiden Seiten des Baches verwendet. Durch Verbreiterungen des Bachlaufes legten die Bauern kleine Teiche an, damit bei größeren Wassermengen nach Regengüssen und Schneeschmelze Reserven für Löschwasser zurückgehalten
werden konnten. Der so um Bach und Teiche entstandene ovale Platz wurde gemeinschaftlich genutzt, die Bauernhäuser standen mit der Giebelseite zum Anger.

Durch Errichtung von Scheunen und Auszughäusern für die Altbauern entstanden die Dreiseithöfe, wie wir sie heute noch an der August-Bebel-Straße sehen. Hinter den Gehöften wurden die Felder angelegt. Die Grundstücke waren in der Regel eine Hufe (etwa 10 Hektar) groß und wurden auch so vererbt oder verkauft. Der Sedelhof (Siedlungshof) im Bereich der heutigen Kirche war entsprechend größer und besaß nach Westen hin einen eigenen Teich, der vom Abzweig des Dorfbaches gespeist wurde.

Das Straßenangerdorf Reichenberg wurde durch einen Befestigungswall aus Pfählen und Feldsteinen
vom Todhefel bis zum Pfeiffer gegen unerwartete Eindringlinge aus dem Elbtal geschützt. Die Grundherr-
schaft über das Dorf lag zunächst in den Händen des jeweiligen Markgrafen von Meissen, der vier Hufen Land in »Richenberck« 1235 dem Afra-Klosters »zueignete«. Aus dieser Urkunde ist ersichtlich, dass Reichenberg als Dorf schon länger bestanden haben muss

"Unser Reichenberg, Broschüre, Heimatverein Reichenberg/SA e.V.